Unterfederung bei Polstermöbeln: Was steckt unter dem Sitz?

Wenn wir auf einem Sofa sitzen, sehen wir vor allem Bezug, Polster und Form. Doch direkt darunter befindet sich eine wichtige Konstruktionsschicht: die Unterfederung.

Sie bildet die Verbindung zwischen dem Gestell und der darüberliegenden Polsterung. Je nach Polstermöbel kommen dafür unterschiedliche Systeme zum Einsatz – beispielsweise Stahlwellenfedern, elastische Gurte, Dymetrol oder bei einfacheren Konstruktionen eine starre Platte.

Die Unterfederung beeinflusst, wie sich ein Sofa beim Sitzen anfühlt, wie die Belastung in die Konstruktion eingeleitet wird und wie das Zusammenspiel von Gestell und Polsterung funktioniert.

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Was ist zwischen Gestell und der Sitzpolsterung?

Wo sitzt die Unterfederung im Sofa?

Der grundlegende Aufbau eines Polstermöbels lässt sich vereinfacht so darstellen:

Gestell → Unterfederung → Federkern oder Schaum → Polsteraufbau → Bezug

Die Unterfederung ist damit nicht dasselbe wie ein Federkern. Eine Wellenunterfederung sitzt beispielsweise direkt am Gestell und trägt die darüberliegende Polsterung. Je nach Konstruktion kann auf ihr zusätzlich ein Federkern oder eine Schaumstoffpolsterung liegen.

Welche Lösung verwendet wird, hängt unter anderem von Konstruktion, gewünschtem Sitzkomfort, Aufbauhöhe, Form des Möbels und dem vorgesehenen Preisniveau ab.

Die wichtigsten Varianten der Unterfederung

Bei Polstermöbeln begegnen uns insbesondere diese vier Konstruktionsarten:

  1. Stahlwellenunterfederung / Nosag-Wellenfeder
  2. Dymetrol-Unterfederung
  3. Unterfederung mit Gummigurten
  4. Starre Platte ohne elastische Unterfederung

Dabei gibt es nicht grundsätzlich eine einzige „beste“ Lösung. Entscheidend ist vielmehr, wie die jeweilige Unterfederung mit Gestell und darüberliegender Polsterung abgestimmt ist.

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Unterfederung mit Nosag-Wellenfeder

1. Stahlwellenunterfederung – die Nosag-Wellenfeder

Die Stahlwellenfeder, häufig als Nosag-Feder oder Wellenunterfederung bezeichnet, gehört zu den am häufigsten eingesetzten Unterfederungen bei Polstermöbeln.

Die Feder besteht aus einem wellenförmig gebogenen Stahldraht. Mehrere Federn werden parallel im Sitzrahmen befestigt und bilden dadurch eine elastische Fläche unter der Polsterung.

Wie funktioniert eine Nosag-Unterfederung?

Die Wellenfedern werden am Gestell befestigt und unter Spannung eingebaut. Belastet eine Person die Sitzfläche, geben die Federn nach und unterstützen anschließend die Rückstellung.

Über der Federung befindet sich üblicherweise eine schützende Zwischenlage. Sie verhindert, dass die Metallfedern unmittelbar auf der darüberliegenden Polsterung liegen.

Was zeichnet die Stahlwellenfeder aus?

  • elastische Unterstützung der Sitzfläche
  • vergleichsweise geringer Platzbedarf
  • flächenelastische Wirkung
  • geeignet für Schaumstoffpolsterungen
  • kann auch mit einem zusätzlichen Federkern kombiniert werden

Die Ausführung ist dabei entscheidend. Anzahl, Abstand, Spannung und Material der Federn müssen zur Konstruktion des Gestells und zur gewünschten Sitzcharakteristik passen.

Nosag ist nicht gleich Federkern

Ein häufiger Irrtum: Nosag-Wellenfeder und Federkern sind zwei unterschiedliche Bauteile.

Die Nosag-Feder sitzt unterhalb der Polsterung am Gestell. Ein Federkern befindet sich dagegen innerhalb des Polsteraufbaus.

Beide können miteinander kombiniert werden.

1. typischer Aufbau:

Gestell → Nosag-Wellenfeder → Schutz-/Polsterträger → Federkern → Schaum → Bezug

2. typischer Aufbau:

Gestell → Nosag-Wellenfeder → Schutz-/Polsterträger → Sitzkissen → Bezug

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Gummigurte als Unterfederung für Sitzmöbel

2. Unterfederung mit Gummigurten

Eine weitere Möglichkeit sind elastische Gummigurte.

Dabei werden elastische Gurte am Gestell befestigt und bilden eine federnde Fläche unter der Polsterung. Sie können beispielsweise kreuzweise angeordnet werden.

Wie fühlt sich eine Gurtunterfederung an?

Das hängt stark von der Konstruktion ab. Durch die Auswahl und Spannung der Gurte lässt sich die Nachgiebigkeit beeinflussen.

Gurte können insbesondere bei Möbeln mit besonderen Formen eingesetzt werden, bei denen eine klassische Wellenfeder nicht oder nur schwer eingesetzt werden kann. Sie finden sich außerdem bei Konstruktionen, bei denen ein weicher bzw. legerer Sitz gewünscht ist.

Vorteile von Gummigurten

  • flexible Anpassung an unterschiedliche Formen
  • geringe Aufbauhöhe
  • elastische Sitzunterstützung
  • geeignet für unterschiedliche Polsteraufbauten
  • konstruktiv relativ flexibel

Was ist bei Gummigurten wichtig?

Nicht allein die Tatsache, dass ein Sofa „Gurtunterfederung“ besitzt, sagt etwas über seine Qualität aus.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Qualität des Gurtes
  • Anzahl und Anordnung
  • Spannung
  • Befestigung am Gestell
  • Zusammenspiel mit dem Schaum und übrigen Polsteraufbau

Auch bei Gummigurten kommt es daher auf den gesamten Polsteraufbau an.

3. Unterfederung mit Dymetrol

Eine moderne Alternative zu klassischen Federsystemen ist Dymetrol®.

Dabei handelt es sich um ein spezielles elastisches Gewebe, das als Sitz- bzw. Rückenunterstützung eingesetzt werden kann. Der Hersteller beschreibt Dymetrol als Suspension Fabric, das traditionelle Komponenten wie Federn, Drähte und teilweise Schaumstoff ersetzen kann.

Dymetrol ist damit grundsätzlich anders aufgebaut als eine klassische Stahlfeder: Die federnde Wirkung entsteht innerhalb des technischen Gewebes.

Was ist Dymetrol?

Dymetrol-Sateen ist ein Flachgewebe aus Baumwoll- und Gummifäden - ähnlich einem Trampolin. Das Material kommt aus dem Flugzeugbau.

Wie funktioniert Dymetrol?

Das Gewebe wird am Gestell befestigt und bildet eine elastische Fläche. Unter Belastung gibt es nach und verteilt die Belastung über seine Fläche.

Die Konstruktion kann je nach verwendetem Dymetrol-Typ unterschiedlich straff ausgelegt werden. Der Hersteller bietet verschiedene Festigkeitsstufen an.

Welche Eigenschaften bietet Dymetrol?

Dymetrol wird insbesondere eingesetzt, wenn eine leichte, flache und flexible Sitzkonstruktion gewünscht ist.

Zu den vom Hersteller genannten Eigenschaften gehören:

  • geringes Gewicht
  • geringe Aufbauhöhe
  • elastische Unterstützung
  • verschiedene Härte- bzw. Komfortstufen
  • hohe Formstabilität
  • konstruktive Flexibilität

Dymetrol wird nicht nur im Möbelbereich, sondern auch bei Sitzen in Automotive, Luftfahrt und anderen Anwendungen eingesetzt.

Dymetrol im Polstermöbel

Gerade bei modernen Möbelkonstruktionen kann Dymetrol interessant sein, wenn eine schlanke Bauweise gewünscht ist.

Typischer Aufbau:

Gestell → Dymetrol → Schaum bzw. weiterer Polsteraufbau → Bezug

Je nach Konstruktion kann Dymetrol auch mit weiteren Polsterkomponenten kombiniert werden.

4. Die Sparversion: Platte statt Unterfederung

Die einfachste Variante besteht darin, keine elastische Unterfederung einzubauen, sondern die Sitzfläche auf einer festen Platte aufzubauen.

Eine solche Konstruktion bietet keine zusätzliche Federwirkung durch Wellenfedern oder Gurte. Die Platte bildet stattdessen eine starre Basis für die darüberliegende Polsterung.

Diese Lösung findet sich insbesondere bei einfacheren bzw. kostenorientierten Konstruktionen. Eine starre Platte wird in der Fachliteratur entsprechend als einfache Variante ohne federnde Wirkung beschrieben.

Wie wirkt sich eine Platte aus?

Die fehlende elastische Unterfederung bedeutet nicht automatisch, dass ein Sofa unbequem sein muss.

Denn der Sitzkomfort entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Vor allem die darüberliegende Schaumstoffpolsterung kann das Sitzgefühl maßgeblich beeinflussen.

Trotzdem fehlt bei einer starren Platte die zusätzliche elastische Unterstützung, die beispielsweise eine Nosag-Feder oder ein Gurt erzeugen kann.

Typischer Aufbau:

Gestell → feste Platte → Schaum → Bezug

Warum wird diese Konstruktion eingesetzt?

Der wesentliche Vorteil liegt in der einfachen und kostengünstigen Konstruktion. Außerdem kann eine starre Basis für bestimmte Möbelkonstruktionen oder Funktionen sinnvoll sein.

Sie sollte deshalb nicht pauschal als „schlecht“ bezeichnet werden. Sie verfolgt schlicht einen anderen konstruktiven Ansatz. Außerdem muss der Sitzkomfort ausschließlich über die Kissenkonstruktion erreicht werden.

 

Unterfederungen im Vergleich

Nosag / Stahlwellenfeder

gewellte Stahlfedern

elastisch, flächenunterstützend, weit verbreitet

Dymetrol

elastisches technisches Gewebe

leicht, flach, flexibel, unterschiedliche Festigkeiten

Gummigurte

elastische Gurte

flexibel, formanpassbar, je nach Spannung weich bis straff

Platte

starre Fläche

keine zusätzliche Federwirkung, einfache Konstruktion

Die Tabelle sollte dabei nicht als starres Qualitätsranking verstanden werden. Die tatsächliche Sitzqualität hängt vom gesamten Aufbau ab.

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Die Unterkonstruktion entscheidet über den Sitzkomfort.

Was ist die beste Unterfederung für ein Sofa?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Eine gute Unterfederung muss zum Gestell, zur Polsterung und zum gewünschten Sitzkomfort passen.

Bei einem klassischen Sofa mit Schaum oder Federkern ist die Stahlwellenunterfederung eine häufig eingesetzte Lösung. Dymetrol bietet eine alternative, textile Konstruktion, die insbesondere bei leichten und flachen Sitzaufbauten interessant sein kann. Gummigurte ermöglichen eine flexible Gestaltung und werden unter anderem bei besonderen Formen eingesetzt.

Eine starre Platte ist konstruktiv die einfachste Lösung, bietet aber selbst keine zusätzliche Federwirkung.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage:

„Welche Unterfederung hat das Sofa?“

sondern:

„Wie sind Gestell, Unterfederung und Polsterung aufeinander abgestimmt?“

Unterfederung ist nicht gleich Polsterung

Beim Kauf eines Polstermöbels werden häufig Begriffe wie „Federkern“, „Kaltschaum“, „Nosag“ oder „Gurtunterfederung“ genannt.

Diese Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Ebenen des Möbelaufbaus.

Ein Beispiel:

Holzgestell

Nosag-Wellenfedern

Filz / Polsterträger

Federkern

Schaumstoff

Watte / Vlies

Bezug

So kann ein Sofa gleichzeitig eine Nosag-Unterfederung und einen Federkern besitzen. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, wenn man die Qualität und den Aufbau eines Polstermöbels beurteilen möchte.

Worauf sollte man beim Sofakauf achten?

Wer wissen möchte, wie ein Sofa konstruiert ist, sollte sich nicht nur den Bezug oder den Schaumstoff anschauen.

Interessant sind insbesondere:

  • Welches Material wird für das Gestell verwendet?
  • Welche Unterfederung kommt zum Einsatz?
  • Gibt es zusätzlich einen Federkern?
  • Welcher Schaumstoff wird verwendet?
  • Wie sind die einzelnen Komponenten miteinander abgestimmt?
  • Wie fühlt sich der Sitz beim Probesitzen an?

Gerade die Kombination aus Gestell, Unterfederung und Polsterung bestimmt wesentlich, wie sich ein Polstermöbel im täglichen Gebrauch verhält.

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Fragen zur Unterfederung einer Polsterung

Häufige Fragen zur Unterfederung

Was ist eine Unterfederung beim Sofa?

Die Unterfederung befindet sich zwischen dem Gestell und der eigentlichen Polsterung. Sie trägt die Polsterung und kann je nach System zusätzlich für eine elastische Unterstützung sorgen.

Was ist eine Nosag-Feder?

Eine Nosag-Feder ist eine wellenförmig gebogene Stahlfeder, die als Unterfederung in Polstermöbeln eingesetzt wird. Sie wird am Gestell befestigt und unterstützt die darüberliegende Polsterung.

Ist Nosag dasselbe wie Wellenunterfederung?

Ja. Die Begriffe werden im Polstermöbelbereich für das gleiche Grundprinzip verwendet: eine wellenförmige Stahlfeder als Unterfederung.

Was ist besser: Nosag oder Gummigurte?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Nosag-Federn bieten eine flächenelastische Stahlfederung, während Gummigurte konstruktiv flexibler eingesetzt werden können. Die richtige Lösung hängt vom Möbel, der Form und dem gewünschten Sitzkomfort ab.

Was ist Dymetrol?

Dymetrol® ist ein technisches, elastisches Gewebe, das als Sitz- und Rückenunterstützung eingesetzt wird. Es kann bei entsprechenden Konstruktionen traditionelle Feder- und andere Komponenten teilweise ersetzen.

Ist ein Sofa ohne Unterfederung schlecht?

Nicht unbedingt. Bei einer starren Platte fehlt zwar die zusätzliche elastische Wirkung einer Feder- oder Gurtunterfederung, der Sitzkomfort kann aber durch die darüberliegende Polsterung bestimmt werden. Die gesamte Konstruktion muss betrachtet werden.

Fazit

Die Unterfederung ist ein oft unsichtbarer, aber wichtiger Bestandteil eines Polstermöbels.

Ob Nosag-Wellenfeder, Dymetrol, Gummigurte oder eine starre Platte eingesetzt werden, beeinflusst die Konstruktion und das Zusammenspiel mit der darüberliegenden Polsterung.

Wer ein Sofa beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur fragen, welcher Bezug verwendet wurde oder welcher Schaum im Sitz steckt. Ein Blick unter die Polsterung zeigt häufig erst, wie ein Polstermöbel konstruiert ist.

Vom Gestell über die Unterfederung bis zum Schaum: Erst das Zusammenspiel aller Schichten macht den Sitzkomfort.

Mehr über den Aufbau von Polstermöbeln

Die Unterfederung ist nur eine von mehreren Ebenen des Polsteraufbaus. 

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